Adi Albershardt
Er war mein plattdeutscher Ziehvater. Der langjährige „Speelboos“ der Finkwarder Speeldeel hat mich dazu gebracht, für das Hamburger Traditionsensemble (gegründet 1906) neue Lieder in unserer plattdeutschen Heimatsprache zu schreiben. Ich hatte in der Kindheit viel „auf platt“ gehört, vor allem von den Großeltern. Uns Kindern wurde das Sprechen auf hochdeutsch vorgegeben „damit ihr es einmal zu etwas bringt“, aber der vertraute Klang, die besondere Wärme der Sprache ist in mir lebendig geblieben. Mit der Finkwarder Speeldeel und vor allem mit Adi lernte ich, das Plattdeutsch auch zu meiner Sprache zu machen. Es begann 1976 mit dem Album „Hüt ist hüt“ und entwickelte sich über drei Jahrzehnte zu einer ganzen Serie von Alben mit vielen Liedern, die die norddeutsche Lebensart und ein maritim geprägtes Lebensgefühl widerspiegeln. Dabei wechselten sich sehr traditionelle Themen wie „Mutter und Vadder goht ut“ oder „Snack mol wedder platt“ für die „Lütten und „Foahr mol weder de Ilv lang" oder „Käpt’n Heimweh“ für die Großen ab mit durchaus zeitkritischen Gedanken wie „Wo is des Fisch“ oder „Heimatland an de Waterkant“. Als besonders langlebig erwiesen sich die Lieder aus dem Album „Advent an de Waterkant“ wie „Dat Jahr geht to Ind“. Diesen Liederschatz, auch mit Vertonungen plattdeutscher Sprachmeister wie Rudi Kinau, hätte es ohne Adi Alberhardt und seine Frau Christa nicht gegeben. Der Wahlspruch an ihrem Haus in Finkenwerder „Kiek in de Sinn un nicht in’t Muuslock“ wurde zu einem Lebensmotto für mich.